Land
Jahr
Länge
86 Minuten
Sprache
Drehbuch
Sound Design
Produktion
Format
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Mit Ästen bis zum Himmel

An einer Schule in Wien lernen Kinder und Jugendliche mit Blindheit oder Seheinschränkung durch Hören und Fühlen. Mit besonderer Aufmerksamkeit für den Ton erkundet Katharina Copony deren Welt und öffnet den Film zu einem Raum sensorischer Erfahrung. Beim Schreiben, Dichten und Fußballspielen, auf Wegen durch das Institut und den öffentlichen Raum treten Klänge, Musik, Rhythmen und Materialitäten ins Zentrum unserer Wahrnehmung. Ein Film über Verbindungen: von Bild und Ton, von Ab- und Anwesenheit, von Ich, Gemeinschaft und Welt. (Diagonale 2026)

© KGP Filmproduktion

Über den Film

„Oft folge ich einem Ton, ehe mir noch ein Bild in den Sinn kommt. […] Meine Augen kann ich schließen, meine Ohren nicht“, schreibt Katharina Copony 2019 in ihrem Vortrag Aus der Tonspur. Die intensive Beschäftigung mit dem Ton im Film, dem Verhältnis von Hörbarem und Sichtbarem, von Innen und Außen, führte die Filmemacherin an eine Schule in Wien. Kinder und Jugendliche mit Blindheit oder Seheinschränkung lernen dort vornehmlich durch das Hören und Tasten. An ihrer Seite erkundet der Film ihre Welt: die Materialität von Filz, Herbstblatt und Bärenfell, der Klang eines Straußeneis, Echoräume von Fahrstuhl und Treppenhaus, die Rhythmen einer Punktschriftmaschine, der Geruch eines Supermarkts.

Zugewandt folgt der Film den Kindern beim Lesen, Schreiben, Musizieren, Schachspiel und Fußball und begleitet sie auf ihren Wegen durch taktile Räumlichkeiten, unterwegs im Institut und in öffentlichen Räumen, mit Langstock, Klicksonar, Hund und sprechender Brille.

Anders als im Institutionenporträt steht nicht das Zusammenspiel von Strukturen und Zuständigkeiten im Zentrum, sondern die Lernenden und mit ihnen ein Raum sensorischer Erfahrung. Dabei geben die präzisen Bilder der schwer fassbaren Beschaffenheit des Auditiven erst einen Rahmen. Mit Ästen bis zum Himmel ist auch ein Film über Verbindungen: von Bild und Ton, Ab- und Anwesenheit, Ich, Gemeinschaft und Welt. Einmal kommt eine ferne Erinnerung an das Blau des Meeres zur Sprache. Und während wir die Gedichte der Kinder in Brailleschrift lesen oder vielmehr betrachten, hören wir aus dem Off ihre Stimmen. Ihr Nachklang geht über den Film hinaus.

ESTHER BUSS (für die Diagonale 2026)

 

Preise

Stefan Neuberger nominiert für den deutschen Kamerapreis in der Kategorie Dokumentarfilm

Festivals

Diagonale 2026 - Weltpremiere

Filmstills