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SO LEBEN WIR - Botschaften an die Familie

ein Film von Gustav Deutsch

HOW WE LIVE
EXPERIMENTALFILM | 2017 | A | 107 min


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SO LEBEN WIR ist eine Reflexion über eine Filmgattung, die das Sehen mit eigenen Augen (Autopsie) als Voraussetzung hat – das Home Movie. Den Begriff Home Movie wörtlich genommen, geht es dabei um Filme die das Zuhause, das Haus, die Wohnung, das eigene Lebensumfeld zum Inhalt haben. Allerdings nicht das gewohnte, sondern ein neues, eines in der Fremde, im Ausland. Es geht also um filmische Bilder die Menschen von ihrem Leben fern der Heimat für die Familie und die Freunde zu Hause – und darüber hinaus und vice versa – herstellen und hergestellt haben. Von der Frühzeit der Kinematographie bis heute.



eine filmische Autopsie

Regie: Gustav DeutschSchnitt: Gustav DeutschMusik: Christian Fennesz
Produktion: Gabriele Kranzelbinder
"Stellen Sie sich vor, wir sitzen zuhause, die Leinwand ist aufgestellt, der Projektor aufgebaut und wir schauen gemeinsam Familienfilme", suggeriert die ruhige Stimme des Filmemachers Gustav Deutsch selbst zu Beginn von so leben wir. In eben dieser Ruhe unternimmt der Film entlang von Amateuraufnahmen aus Archiven in Österreich, Italien, Holland und England zusammengetragen, eine Wanderung: Geographisch — von Boston nach Italien, den USA ins Burgenland, oder Maryland nach Griechenland, zwischen Wien, Sydney und der Schweiz. Medienarchäologisch — von frühen schwarzweiß-Aufnahmen, zu ersten Farb-Home Movies über Video zu digitalen Handybildern und Skype, Technologien, die der Film allesamt als Form des Briefeschreibens denkt. Die Familienaufnahmen, die den Film strukturieren sind Postkarten in Bewegung, die von verschiedenen Leben und Lebenswegen des 20. Jahrhunderts erzählen, aber auch vom Medium Film als Werkzeug des Alltags, dessen Funktion das Überbrücken von Distanzen ist, das eine Gemeinschaft der "Family of Man" ermöglichen soll, wo Biographien mehr und mehr von Migrationsbewegungen gekennzeichnet sind.
Wo Deutsch in Film ist. (1-6) noch mit äußerster poetischer Genauigkeit eine alternative Geschichte des Films im Stile eines Bildatlasses der Gebrauchsfilme verfasst hat, unternimmt so leben wir etwas Vergleichbares anhand der Ephemera privatester Filmpraktiken. Dass sich dieser Film so ganz und gar anders anfühlt, liegt am Gestus seines Nachdenkens, der seinem Gegenstand entspricht – wie lässig zurückgelehnt fühlt sich diese Reise an, man kann sie entspannt und im Vertrauen an den Erzähler genießen, dabei einfach dem Leben der anderen beim Sich-entfalten in der Zeit zusehen und dennoch in jedem Moment Bezüge und Analysen darin versteckt finden, deren Tiefe jedoch nicht oberflächlich ausgestellt, sondern zwischen den Bildern – ihrem Zueinander – sich kundtut. Das von Deutsch zusammengetragene Material wird wiederkehrend von einer Reise des Marokkaners Mostafa Tabbou, von seinem neuen Zuhause in Holland nach Marokko durchzogen, der auch Gustav Deutsch und seine Frau Hanna Schimek beiwohnen und die ihrerseits zum Home Movie wird. So erzeugt der Film Gemeinschaft nicht bloß unter unterschiedlichen Menschen aus unterschiedlichen Orten, sondern auch ein Miteinander außerhalb der Zeit, lässt Generationen von Filmenden zueinander, und – über das Medium der Kinoleinwand – zu uns sprechen.
 
(Alejandro Bachmann)


Festivals:
Montréal 17 - Festival du nouveau cinéma (CA) 2017
Mar del Plata 2017 - Int. Film Fest - INCAA (AR) 2017
Milano 2017 - Filmmaker Festival (IT) 2017
Diagonale 2018 - Festival des (AT) 2018 österreichischen Films
Seoul 18 - Jeonju International Film Festival (KR) 2018
 
 
 
SPECIAL EVENTS
 
Kinostart 5.4. 2018 Metro Kinokulturhaus    
Retrospektive  5.4. - 15.4. 2018  Filmarchiv Austria    
Masterclass  8.4.2018  Filmmuseum Wien 




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