Trespassing_web.jpg

trespass

ein Film von Paul Wenninger in collaboration with Nick Hummer

ANIMATION | 2012 | A | 11 min | no dialog | 1,1:85

  • Info
  • Besetzung & Crew
  • Über den Film
  • Festivals & Preise
  • Biographie
Eine Kamerabewegung führt durch den gesamten Film, durchfährt unterschiedlichste Landstriche oder Innenräume und bleibt doch ständiger Beobachter und Begleiter jenes konstruierten Subjekts, dessen Körper das einzig Konstante  im Film ist, eine Art Monade. Als solche bewegt es sich ausserhalb der variablen und instabilen Räume und deren Zeitachsen und doch in ihnen, von ihnen aber wie losgelöst oder freigesetzt. Wiederkehrend ist allein jener Raum, der anfangs aus einer weissen Wand entsteht und worin das Subjekt, zuerst nackt, nach und nach durch Kleidung und Umfeld ausgestattet wird. Isoliert durch seine Ausserzeitlichkeit verrichtet es dort seinen Alltag, ohne von jenem Umfeld Notiz zu nehmen, wodurch das Verhältnis von seinem Körper zu Zeit und Raum umgekehrt wird. Denn sie gehorchen seinen Bewegungen, anstatt dass, wie üblich, die Bewegungen durch die räumlichen Gegebenheiten bestimmt sind. Erhöht wird die Umdeutung dieses Verhältnisses schließlich durch den Blick des Subjekts auf seinen eigenen toten Körper, denn dieser Blick entfernt es noch einmal mehr aus der Logik des raumzeitlichen Kontinuums.
Besetzung:

Paul Wenninger

Mitwirkende/r: Catherine Diverrès, Rotraud Kern, Michael Donhauser, Sophie Pachner



Regie: Paul Wenninger in collaboration with Nick HummerDrehbuch: Paul WenningerKamera: Paul Wenninger, Nik HummerSchnitt: 2D Animation: Martin Music, Peter KoglerMusik: Michael Moser, Nik HummerTon: Nik HummerAusstattung: Paul Wenninger, Nick HummerKostüme: Johanna LaknerProduktionsleitung: Sophie Pachner, Marie TapperoLicht: Jerzy Palacz, Paul Wenninger
Produktion: Paul Wenninger, Gabriele Kranzelbinder
Förderungen: BMUKK, Land Niederösterreich, Stadt Wien, SKE, Kulturforum Paris, Kulturforum Brüssels

Weltvertrieb: Sixpack Films
„Trespass“ bedeutet im Englischen „Übertretung“, aber auch „unbefugtes Eindringen“ bzw. im juridischen Jargon „Hausfriedensbruch“. Paul Wenningers zehnminütige Real-Animation trespass spielt mit all diesen Bedeutungen – in einer technisch beeindruckenden, abwechslungsreichen und pointierten Tour de force. Durchgängiges Element ist eine Art Avatar des Regisseurs, eine aus Realbildern animierte Figur, welche der Film gleichsam auf Weltreise in den eigenen vier Wänden schickt. Das Eindringen der Außerwelt verläuft dabei ebenso abrupt wie wechselhaft: Scheint die merkwürdig inerte, ruckartig bewegte Hauptfigur zunächst im kahlen Verließ einer grün gestrichenen Zelle isoliert, so werden dieser „Monade“ – um die Terminologie des Philosophen Leibniz aufzugreifen – alsbald Fenster eingesetzt. Ein wilder Überschreitungsprozess kann beginnen. Nicht nur taucht in dem Zellenfenster mit einem Mal eine Überfülle an „Welt“ auf, sondern der gesamte Hintergrund, von dem sich die Figur abhebt, wird mit üppigen Bildern distantester Schauplätze in Eritrea, Brüssel, Helsinki, Wien und Frankreich aufgefüllt. Die „Backdrops“ wechseln und purzeln ineinander, wie per Mausklick, wiewohl dem durchwegs statuarischen Protagonisten dadurch kaum ein Halt geboten wird. Zwar laviert und hantiert er sich durch ein endlos anmutendes Sortiment an Alltagsgegenständen, und doch bleibt er gefangen in seinem zellenartigen Dasein. Am Ende muss er seinem eigenen Tod und langsamen Ausbluten – Farbe, die zu Blut und wieder zu Farbe mutiert – beiwohnen. Der „Einbruch“ von außen erfährt so eine paradoxe Wendung: Nicht die Welt, ein anderes Leben, eine fremde Macht ist plötzlich im Hier und Jetzt spürbar, sondern die eigene Lebendigkeit wird mit Fortdauer des Films – bei aller Animiertheit und Bewegtheit – immer mehr „entäußert“. Und so macht trespass eine gewiefte, visuell betörende Subjekt-Objekt-Verkehrung geltend – ein Hinaus-, ja Über-sich-Hinausgehen, das man die längste Zeit als Einfall von außen wahrzunehmen glaubt.
(Christian Höller)


Preise:

Jury Special Mention + Audience Award - One Day Animation Festival 2012 (VIenna - Austria)

Special Distinction for first short film - International animation film festival of Annecy 2013


Flatpack WTF Award - Flatpack Festival 2013 (Birmingham- GB)

AEC Best Photography Award - 23rd edition of  the International Cinema Week of Madrid 2013

Grand Prix des Sommets - 12th Sommets du cinéma d’animation, Montreal (Canada)

Sichuan TV Festival Award 2013 (China)

Prix Format Court -Festival Premiers plans Angers 2013 (France)

 



Festivals:
Viennale 12 - Int. Filmfestwochen Wien (AT) 2012

Diagonale 2013 - Festival des österr. Films (AT) 2013
Wien - One Day Animation Festival (AT) 2012
Tampere 2013 - 43. Short Film Festival (FI) 2013
Hong Kong 13 - Intern.Film Festival (HK) 2013
Osnabrück 13 - Europ. Media Art Festival (DE) 2013
Birmingham 13 - Flatpack Festival 2013
Seoul 13 - Jeonju International Film Festival (KR) 2013
Wien - VIS 2013 Vienna Independent Shorts (AT) 2013
Edinburgh 13 - Int. Film Festival (GB) 2013
Annecy 13 - Festival Int. du Cinema d'Animation 2013
Rio de Janeiro / Sao Paulo - Anima Mundi 2013 (BR) 2013
Limassol 2013 - Cyprus Short Film Festival (CY) 2013
Leipzig 13 - 56. Int. Festival für Dok.- u. Animationsfilm (DE) 2013

Wiesbaden 13 - exground filmfest (DE) 2013
Barcelona 13 - L'alternativa, Festival de Cine Independiente (ESP) 2013
Brest 2013 - Festival du Film Court (FR) 2013
Cork 2013 - IndieCork International Film Festival (IE) 2013
Uppsala 13 - 32. Int.Short Film Festival (SW) 2013
Varna 2013 - World Festival of Animated Film (BG) 2013
Madrid 2013 - Semana de Cine Experimental 2013
Kassel 13 – 30. Dokumentarfilm- & Videofest (DE) 2013
Seoul 13 - Seoul International NewMedia Festival (KR) 2013
Sichuan 13 - SCTVF Sichuan TV Festival 2013 Official Selection (CN)
Ozu Film Festival - 2013 (IT) 2013
Stuttgart / Wand 5 / 2014 - 76. Filmwinter () 2014
Segovia2013 - 3d wire () 2013
Badalona 2013 - FILMETS Badalona Film Festival (ES) 2013
Krakow 2013 - International Film Festival Etiuda&Anima (PL) 2013
Ljubljana Animateka 13 - Int. Animation Film Festival (SI) 2013
Dallas 13 - Video Festival (US) 2013
Seoul 13 - Animpact Seoul International Animation Festival (KR) 2013
Leuven - 13 Int. Shortfilmfestival (BE) 2013
Montreal 13 - Les Sommets du Cinéma d’Animation de Montréal 2013 (CA)
Buenos Aires 14 - BAFICI Int. Independent Film Festival (AR) 2014
Rotterdam 2014 - 43. Int. Filmfestival (NL) 2014
Angers 2014 - Premiers Plans 2014
Nijmegen 2014 - Go Short International Short Film Festival (NL)

Udine 2013 - Piccolo Festival del Animazione (IT) 2013
Glasgow 14 - Short Film Festival (GB) 2014
Lisbon - MONSTRA 14 Animated Film (PT) 2014
Bologna 14 - Future Film Festival (IT) 2014
Middlesbrough 14 - Animex (GB) 2014

Buenos Aires - Buenos Aires International Festival of Independant Film 2014 

VIS-Agentur: Cinemarkt, Spielort: Wien - Brunnenpassage 29.9.2016

Nijmegen 2017 - Go Short International Short Film Festival 5.4-9.4. 2017 (NL)



Paul Wenninger  

Geboren 1966 in Wien. Freischaffender Tänzer und Autor choreografischer Werke, Bühnenbildner und Musiker. Arbeiten mit verschiedenen Choreografen und Gruppen, u.a. mit Cie. Catherine Diverrès am Centre Choreographique National de Rennes et Bretagne und dem Theatercombinat Wien, Claudia Bosse. 1999 gründete Wenninger mit der Choreografin Loulou Omer das Kabinett ad Co., eine Arbeitsplattform für KünstlerInnen verschiedener Kunstrichtungen.

 

Folgende Arbeiten wurden als Kabinett ad Co. realisiert und mehrfach ausgezeichnet:

 

Tränen des Eros (1998)

Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Komposition: Eiji Nakazawa

La vache en poudre (1999)

Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Komposition: Morton Feldmann

ou mállon (2001)

Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Komposition: Fritz Rainer

Hypocrite lecteur! – mon semblable, mon frère! (2002)

Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Katja Fleig | Komposition: Fritz Rainer

Umgebungen (2002)

Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Katja Fleig

archives (2002)

Choreografie: Paul Wenninger | Projektionen: Julia Zdarsky

co-Kon cut (2002)

Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Katja Fleig | Komposition: Fritz Rainer

patch (2003)

Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Video: Florian Schmeiser | Komposition: Fritz Rainer

inventaire I&II (2003)

Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Katja Fleig | Komposition: Fritz Rainer

cc cushion (2005)

Choreografie/Objekt: Paul Wenninger | Komposition: Fritz Rainer

sie schaut sie – ungleich einander (2006)

Choreografie/Objekt: Paul Wenninger | Komposition: Thilges 3

imbue (2007)

Choreografie: Paul Wenninger | Komposition: Armin Steiner | Objekte: Daniel Zimmermann

tubed (2008)

Choreografie: Paul Wenninger | Objekte: Leo Schatzl | Komposition: Nik Hummer

continent (2009)

Konzept/Choreografie: Paul Wenninger | Komposition: Nik Hummer | Objektentwurf: Leo Schatzl

47 ITEMS – Ingeborg und Armin (2010)

Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Textvorlage: Michael Donhauser | Komposition: Nik Hummer | Franz Hautzinger

SuperElastiqué (2010)

Komposition: Breuer/Hautzinger/Hummer/Wenninger

SEHNEN (2011)

Choreografie: Paul Wenninger | Video: Leo Schatzl | Komposition: Peter Jakober/Tiziana Bertoncini

VILLA REAL (2012)

Choreografie/Objekte/Texte: Michikazu Matsune/Paul Wenninger | Komposition: Nik Hummer

 

www.kabinettadco.at

 

 

                                             *************

 

Nik Hummer

Musiker, Klangkünstler, Innenarchitekt.

Gründer der Künstlergruppen Thilges und der Musikformation metalycée. Er betreibt das experimentelle Tonstudio „minusgroundzero“. Soundinstallationen für Museen, Musik für Theaterstücke, Hörspiele und zeitgenössische Tanzproduktionen unter anderem für Kabinett ad Co. und DansKias. Ausstattung für  Kino und Fernsehproduktionen. Zahlreiche Konzerte im In- und Ausland. Kollaborationen mit Dougie Bownes, Elektro Guzzi, Eyvind Kang, Mike Patton, Shahazad Ismaily, Sunn o)) und vielen anderen. Mit der Bildhauerin Claudia Märzendorfer entwickelte er die Performance VLUN mit Schallplatten aus Eis. Seine musikalischen Arbeiten erscheinen u.a. auf Artonal, Ipecac, Laton, Mosz, Staalplaat, Staubgold und Tzadik.

 

                  2011      „Baurock“, Soundinstallation, Zoom Kindermuseum Wien (mit C.Märzendorfer)

              „Stretch“, Film, Cie. Kabinett ad Co, Wien

 2010      Soundinstallation, Musikprotokoll im Steirischen Herbst

                   „Tree me tree“, Tanzprojekt, Cie. Rotraud Kern, Tanzquartier Wien

„Tree me tree“, Tanzprojekt, Cie. Rotraud Kern, Szene Salzburg

„Solo“, Tanzprojekt, Cie. Rotraud Kern, WUK Wien

„Stretch“, Film, Cie. Kabinett ad Co, Wien

Kurator, Urbanize Festival Wien

Innenarchitektur für Restaurant „Weinschenke“ Wien

 

2009   “47 items”, Tanzprojekt, Cie. Kabinett ad Co,  Tanzquartier Wien

„It is Not“, Performance Brut Wien

„Continent 2“, Kunst im Öffentlichen Raum Wien

„Elastique“, Performance Tanzquartier Wien

 

2008   „Continent“, Performance/Installation  Wien

                         „Tubed“, Tanzprojekt, Cie. Kabinett ad Co, Tanzquartier Wien

„Das westöstliche Delirium“, Performance, Regionale 08

Soundinstallation, Tuned City Festival Berlin

Recordings, für Sunn o)) – Monolith & Dimensions

 

Veröffentlichungen (Auswahl):

Thilges 3 – mini CD serie 1-10, CD, Thilges, 1999-2007

Thilges 3 - Johanna-Zyklus, CD, Thilges, 2000

Thilges 3 - Polka, CD, Staalplaat, 2001

Thilges 3 - Die Offene Gesellschaf, CD/LP, Staubgold, 2002

Thilges   – La double absence, CD/LP, Staubgold, 2007

Metalycee--Another white Album, CD, Mosz, 2005

Metalycee – s/t, 12“, Interstellar, 2008

Metalycee – It is not, LP, Mosz, 2009

Metalycee – Tell Me, 12“, Dilemma, 2010

 

 

 






© Kabinett ad co, KGP Gabriele Kranzelbinder Production