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MUSEUM HOURS

ein Film von Jem Cohen

SPIELFILM | 2012 | Österreich, USA | 90 min | englisch, deutsch

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  • Biographie
Als sich ein Wiener Museumswärter mit einer rätselhaften Besucherin anfreundet, wird das prächtige Kunsthistorische Museum zu einer mysteriösen Wegkreuzung, an der eine Entdeckungsreise beginnt – in ihrer beiden Leben, die Stadt sowie die Art und Weise, wie Kunstwerke die Welt widerspiegeln - und letztlich auch formen.
Besetzung: Mary Margaret O’Hara, 
Bobby Sommer, Ela Piplits

Regie: Jem CohenDrehbuch: Jem CohenKamera: Peter Roehsler, Jem CohenSchnitt: Jem CohenTon: Bruno PisekProduktionsleitung: Paolo Calamita
Produktion: Gabriele Kranzelbinder, Jem Cohen, Paolo Calamita
Förderungen: BMUKK, ORF-FFA

Weltvertrieb: MPM Film (Movie Partners in Motion)
PRESS CLIPS

“At once intimate and expansive ... Cohen’s overall strategy is deeply satisfying. He’s got a marvelous eye for detail, not just in artwork but in the world around him ... bringing out what’s notable in the everyday and ignored.” Jay Weissberg, VARIETY

“Full of charm, intelligence and dry humour, it deserves to find a discerning theatrical audience beyond Cohen’s usual festival- circuit following. At the heart of the film is an absorbing argument that dusty old artworks have plenty to tell us about contemporary life—especially about money, politics, power, social class and sex ... Cerebral stuff, but all delivered with warmth, wit and quiet confidence.” Stephen Dalton, THE HOLLYWOOD REPORTER

“Lovely, Powerful ... Cohen’s discursive approach veers in and out of reality with a seamless rhythm. With a keen eye for the capacity of fine art to address a complex range of attitudes and experiences, MUSEUM HOURS effectively applies Cohen’s existing strengths to a familiar scenario and rejuvenates it by delivering a powerfully contemplative look at the transformative ability of all art. On the one hand a sad, poignant character study, MUSEUM HOURS is also a treatise on art history and a love letter to architectural wonders.” Eric Kohn, INDIEWIRE

“Life! Love! Art! MUSEUM HOURS is about all that and more. Perceptive, full of humor and kindness. A film that makes you want to go out and walk, walk, walk, guided by the unspoken ‘Wahlverwandtschaft’ of two strangers; transcending the conventional moralities of time and space and unearthing the shattered structures that hold together history, politics, memory and their unseen connections.” Dana Linssen, DE FILMKRANT

“The festival’s most impressive American narrative film—matches an incisive disquisition on art and politics with an exquisite character-study. Almost effortlessly, Cohen weaves together the film’s many conceptual threads: the narrative of a growing friendship between two solitary middle-aged people, carefully rendered by two non-professional actors, songwriter Mary Margaret O’Hara and Bobby Sommer; gray-hued fragments of a city symphony and love-letter to the neglected richness of detail in everyday life; and an intelligent disquisition on art, its historical relationship to class, and its role, in the hands of Flemish Renassiance painter Pieter Bruegel, as a kind of precursor to documentary realism. Leo Goldsmith, MUBI (Locarno Film Fest Report)

“MUSEUM HOURS is a film about seeing, and a tribute to how art sharpens our perception of the world around us ... The greatest strength of MUSEUM HOURS is how Cohen is able to integrate the act of looking at paintings, sometimes into the narrative and sometimes through digressions, reminding us of the importance of really looking. An ode to museums, a discourse on visual literacy and a heartfelt story of two strangers finding each other.” Adam Cook, CINEMA SCOPE
 
 
 
STATEMENT DES REGISSEURS
Der Film nahm im Bruegel-Saal des Kunsthistorischen Museums Wien seinen Anfang. Als ich dort bestimmte Gemälde – alle davon aus dem 16. Jahrhundert – betrachtete, war ich besonders von der Tatsache beeindruckt, dass der inhaltliche Schwerpunkt, ja selbst die zentrale Figur, schwer zu bestimmen war. Das geschah eindeutig absichtlich, es war erstaunlich modern (ja sogar radikal) und hinterließ bei mir großen Eindruck. Auf einem dieser Gemälde mit
der vorgeblichen Darstellung der Bekehrung des Paulus sieht man einen kleinen Jungen, der unter einem Baum steht, und ich war irgendwie auf ihn fixiert. Er hat wenig bis gar nichts mit dem vorliegenden religiösen Thema zu tun, ist jedoch keineswegs von marginaler Bedeutung, sondern zieht das Auge des Betrachters ebenso an wie der Heilige. Er ist ebenso wichtig wie alles andere im Bild.
Ich bemerkte eine Verbindung zu einer Sensibilität, die ich immer wieder empfinde, wenn ich dokumentarische Straßenaufnahmen mache, was ich seit vielen Jahren tue. Wenn es auf der Straße überhaupt so etwas wie einen Vordergrund und Hintergrund gibt, dann wechseln sie stets die Rollen. Alles Mögliche kann prominent hervortreten oder plötzlich verschwinden: Licht, die Umrisse eines Gebäudes, ein streitendes Paar, ein Regenschauer, der Klang von Husten, Spatzen ... (Und das beschränkt sich nicht nur aufs Physische. Die Straße besteht aus Geschichte, Folklore, Politik, Wirtschaft und tausenden fragmentarischen Erzählungen.)
Im Leben können sich all diese Elemente frei miteinander verknüpfen, verbinden und danach wieder getrennte Wege gehen. Filme hingegen, besonders Spielfilme, wandeln normalerweise auf einem viel engeren und vorhersehbareren Pfad. Wie also kann man Filme machen, die uns nicht sagen, wo wir hinschauen und was wir empfinden sollen? Filme, die Zuschauer ermutigen, ihre eigenen Verbindungen herzustellen, seltsame Gedanken zu spinnen, sich unsicher darüber zu sein, was als nächstes geschehen wird oder selbst um „welche Art von Film es sich handelt“? Wie fokussiert man gleichermaßen auf kleine Details und große Ideen und wie kombiniert man ein wenig der Unmittelbarkeit und Offenheit einer Dokumentation mit Charakteren und erfundenen Geschichten? Das sind die Dinge, in die ich mich verstricken wollte, wobei das Museum als eine Art Dreh- und Angelpunkt dienen sollte. Wenn ich Filme mache, werde ich ebenso sehr von Gemälden (und Skulpturen, Büchern und Musik) beeinflusst wie vom Kino. Vielleicht würde dieses Projekt all das für mich zusammenbringen, eine Art Kulmination.
Jahre später begann ich – mit eingeschränkten Mitteln, aber einem aufgeschlossenen, kleinen Team sowie Zugang zu Museum und Stadt – eine einfache Geschichte zu skizzieren. Die Figur, die am besten geeignet wäre, deren Verlauf zu verfolgen (und Zeit genug hat, um über Sachen nachzudenken) würde ein Museumswärter sein. Vorzugsweise würde er von einem Laiendarsteller mit einer ruhigen Stimme gespielt, der sich mit Gelegenheitsjobs auskennt. Ich fand diese Person in Bobby Sommer.
Vor nahezu 25 Jahren sah ich eine Performance von Mary Margaret O’Hara und seither wollte ich sie in einem meiner Filme haben. Sie ist großartig und witzig zugleich und hat Erfahrung damit, an keine Form gebunden zu sein. Sie würde die Dinge sicherlich durch ungewöhnliche Perspektiven vermitteln, besonders wenn man sie in einer ihr unbekannten Stadt aussetzt und ihr Spielraum gibt.
Dieser Film konnte schlicht nicht entstehen, indem man ein Drehbuch fertigstellt und dieses mit Aufnahmen ausstattet. Stattdessen entstand er durch die Schaffung einer Reihe von Umständen – manche davon sorgfältig gesteuert, andere absolut unvorhersehbar. Das bedeutete, keine Sets zu verwenden (und schon gar nicht, sie abzuriegeln), sondern die Welt hereinzubitten...
Es gab noch andere wichtige Dinge, die man in Museen findet, von denen ich mich leiten ließ. In älteren Museen, die so wunderschön beleuchtet sind, wirken die Besucher selbst beinahe wie Kunstwerke – als ob sie die Rollen tauschen würden. Diese Übertragung macht die falsche Vorstellung von historischer Distanz zunichte; wir stehen vor einer Darstellung, die 400 oder 3000 Jahre alt ist, und es gibt eine Spiegelung, die in beiden Richtungen funktioniert. (Das ist eines der Dinge, die alte Museen sexy machen: eine ihnen anhaftende Erotik, die im Widerspruch zu der vielleicht vorherrschenden, bedauerlichen Ansicht steht, sie seien archaisch, bieder und irgendwie irrelevant.) Dieses Phänomen unterstreicht für mich, wie uns Kunstwerke aus jeder beliebigen Zeit unsere eigenen Zustände vermitteln. Die Wände, die das große, alte Kunstmuseum in Wien von der Straße und dem Leben draußen trennen, sind dick. Wir hegten die Hoffnung, sie porös zu machen.


Als sich ein Wiener Museumswärter mit einer rätselhaften Besucherin anfreundet, wird das prächtige Kunsthistorische Museum zu einer mysteriösen Wegkreuzung, an der eine Entdeckungsreise beginnt – in ihrer beiden Leben, die Stadt sowie die Art und Weise, wie Kunstwerke die Welt widerspiegeln - und letztlich auch formen.
Preise:

ART CINEMA AWARD - 65 Filmfestspiele von Locarno

JOHN CASSAVETES AWARD and BEST EDITING Nominee by the Film Independent Spirit Award 2014 

 



Festivals:
65 Filmfestspiele von Locarno 1-11. 8.2012 - Wettbewerb
Toronto International Film Festival 2012 - Contemporary World Cinema
KAUNAS IFF 2012
VANCOUVER IFF 2012
LONDON IFF 2012
MONTREAL - NOUVEAU CINEMA DU MONDE 2012
MOSKAU TWOINONE 2012
VIENNALE - Vienna International festival 2012
SEVILLA 2012 - Section New Waves


JEM COHEN

Zu den Langfilmen des in New York lebenden Regisseurs Jem Cohen zählen Chain, Benjamin Smoke, Instrument und Evening’s Civil Twilight in Empires of Tin. Unter seinen Kurzfilmen finden sich Lost Book Found, Amber City, Little Flags und Anne Truitt – Working. Cohens Filme sind in den Sammlungen von New Yorks Museum of Modern Art und dem Whitney Museum vertreten und wurden von PBS, Arte sowie dem Sundance Channel ausgestrahlt. Retrospektiven wurden ihm von Londons NFT, BAFICI, Oberhausen, Gijon und Spaniens Punto de Vista gewidmet. Zu seinen jüngsten Projekten zählen die Gravity Hill Newsreels (über die „Occupy Wall Street“-Protestbewegung) und We Have an Anchor, ein Porträt über die Kap-Breton-Insel. Er hat mit zahlreichen Musikern zusammengearbeitet, darunter Fugazi, Patti Smith, Terry Riley, Godspeed You Black Emperor!, Gil Shaham/ Orpheus Orchestra, R.E.M., Vic Chesnutt und The Ex sowie dem Schriftsteller Luc Sante.

 

FILMOGRAPHIE JEM COHEN

(nur Projekte von mindestens 60 Min.)

2012 GRAVITY HILL NEWSREELS (Serie 12 zusammenhängender Mini-Dokumentationen über die Occupy Wall Street-Bewegung, 64 min., HD)

2008 EVENING’S CIVIL TWILIGHT IN EMPIRES OF TIN (100 min., 16mm und dv)

2006 BUILDING A BROKEN MOUSETRAP (62 min., 16mm/dv)

2004 CHAIN (99 min., 16mm).

2000 BENJAMIN SMOKE (75 min., 16mm, Koregie mit Peter Sillen)

1999 INSTRUMENT (115 min., 16mm, Super 8, video) 1994 BURIED IN LIGHT (60 min. Super 8)


 






www.museumhoursfilm.com


© KGP Kranzelbinder Gabriele Production, Little Magnet Films, Gravity Hill